Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach

Prof. Dr. Sebastian Allegretti & Philipp F. East Season 1 Episode 23

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0:00 | 20:51

In dieser Folge geht es um Disziplin, Motivation – und den ewigen Kampf mit dem inneren Schweinehund.


Ursprünglich aus der Bibel, beschreibt das Sprichwort die Lücke zwischen guten Absichten und tatsächlichem Verhalten.

🔹 Warum Vorsätze oft scheitern
🔹 Wieso Motivation ohne Sinn nicht trägt
🔹 Und wie man Disziplin wirklich aufbaut

Wir sprechen über Ernährung, Sport, Gewohnheiten – und über den „Golden Circle“ von Simon Sinek: Wer sein Warum kennt, bleibt dran.

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Ustedes dicen.

SPEAKER_02

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Strukturierten Chaos. Mein Name ist Sebastian. Und mein Name Philipp. Ich stehe für die Struktur und ich für das Chaos.

SPEAKER_01

Liebe Philipp, um was geht es heute? Heute ein Thema, das uns alle betrifft. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. So, das kommt wie viele der Sprichwörter auch aus der Bibel, genau konkret aus dem Neuen Testament, aus dem Evangelium nach Matthäus Kapitel 26, Vers 41, haben natürlich alle gewusst. Wehe, das stimmt nicht. Jesus Christus spricht zu seinen Jungen im Garten, in so einem Garten, ich kann den Namen nicht aussprechen, kurz zu seiner Verhaftung, sie sollen wach bleiben und beten. Darauf sagt er sinngemäß, der Geist ist bereit, aber der Körper ist schwach. Die ursprüngliche Bedeutung ist tief religiös, der Mensch hat gute Absichten, scheitert aber an seiner menschlichen Natur. Es geht um die Spannung zwischen moralischem Anspruch und körperlicher, emotionaler Begrenzung. In der moderne Verwendung, heute wird der Satz genutzt als humorvolle Selbstentschuldigung bei mangelnder Disziplin, bei inneren Konflikten. Ich wollte eigentlich. Oder genau, er hat sich vom religiösen Kontext gelöst und ist zu einer Alltagsdiagnose menschlicher Schwäche geworden.

SPEAKER_02

Das muss man so dramatisch sagen. Der Geist war willig. Doch das Fleisch ist schwach. Ja. Ja, ja, ja. Ich glaube ja, das ist meine Frage an euch da draußen, habt ihr schon mal eine Diät gemacht? Oder mit Rauchen aufgehört. Oder mit Rauchen aufgehört, weniger Alkohol trinken, angefangen sportlicher zu sein. So, alles, alles um den 31.12. herum.

SPEAKER_01

Richtig, und dann geht's los für die nächsten vier Wochen. Vier Stunden vielleicht.

SPEAKER_02

Der Geisteswillig, doch das Fleisch ist schwach. Heißt ja im Umgeschluss, wir nehmen uns vielleicht ein bisschen zu viel vor, ob das jetzt zu viel ist, hätte es mal dahingestellt, aber wir nehmen uns etwas vor, wir ziehen es aber dann nicht durch, oder? Wenn man das so übersetzt. Der Schweinehund war größer. Der Schweinehund, der innere Schweinehund. Wann ist denn dir das das letzte Mal aufgefallen? Oder hat man es zu dir gesagt? Das ist jetzt vielleicht auch nicht so ein Sprichwort, wo man so häufig sagt, aber eher man.

SPEAKER_01

Nee, mir fällt das täglich bei mir auf. Weil ich sehr undiszipliniert bin, was Süßigkeiten angeht. Ich nehme mir mal vor, wenn ich jetzt beispielsweise eine neue Tafel Schokolade aufmache und denke mir so, ich esse nur ein so oder zwei so Stücke. Und ich weiß dann im Hinterkopf ist es die ganze Zeit zum Leben so, du hast Schokolade da, du hast Schokolade da. Und dann denke ich mir, ja, okay, eins geht noch. Und habe ich die halbe Packen gefressen. So, also ich bin da sehr schwach, was solche Sachen angeht, muss ich ganz ehrlich sagen. Sport auch, das ziehe ich auch nicht durch. Ich bin das Paradebeispiel für das Fleisch ist sehr schwach. Punkt. Ausrufezeichnung. Du ziehst es eher durch. Du bist da schon disziplinierter als ich. Gerade mit Ernährung und so.

SPEAKER_02

Ja und Jein. Also bei mir ist es tatsächlich so, also man sagt mir immer gerne nach, das, was ich mache, mache ich immer extrem. So. Aber manchmal fehlt die Kontinuität.

SPEAKER_01

So kurzes Hoch, meinst du?

SPEAKER_02

Ja, so kurz ist es hoch gar nicht da. Also, das ist dann wirklich so. Also ich ziehe da etwas durch. Also als Beispiel jetzt nach langer Überlegung habe ich letztes Jahr im Dezember entschlossen, vegetarisch zu leben. Also nein, ich bin Pesketarier. Fisch ist in Ordnung, genau, aber kein Fleisch mehr. Für diejenigen, die mich kennen und es noch nicht von mir gehört haben, sind jetzt entsetzt, weil ich liebe Fleisch. Man hat mir auch nachgesagt, ich bin eine fleischfressende Pflanze. Aber das hat funktioniert. Von heute auf morgen habe ich gesagt, nee, nee, mach ich jetzt nicht, dann ziehe ich jetzt durch so. And das Spannende daran ist, ist eben, also natürlich kann man jetzt sagen, okay, yeah, when man rich, also es geht ums Tierwohl, aber wenn man richtig eine Gelegenheit gibt, wo du weißt, das Fleisch, das ist zum Beispiel ein Wild oder so etwas, es hat alles gepasst, es war in Ordnung und so etwas. Dass man sagt, da könnte man ja eine Ausnahme machen. Ich habe mir aber vorgenommen für das Jahr 2026, nein. Es gibt keine Ausnahme. Punkt.

SPEAKER_01

Und es hat bis jetzt geklappt.

SPEAKER_02

Ja, ja. Und jetzt sind wir ja schon im April, April, Schräg, Schrift, Mai, je nachdem, wann wir es hier aussenden. Ja, das funktioniert sehr gut. Aber jetzt passiert eines. Das ist etwas ganz, ganz Spannendes, weil ich habe es mir fest vorgenommen. Und für mich ist es etwas, eigentlich kann man ja da mal eine Ausnahme machen. Aber für mich ist es so, nein, ich will für mich sagen können, kein einziges Fleisch. So. Punkt. Und das ist kein Witz. In den fünf Monaten, wo ich das jetzt schon durchziehe, habe ich bestimmt schon zehnmal geträumt, dass ich aus Versehen irgendetwas mit Schinken gegessen habe oder so etwas. Und dann mein Rekord weg ist, so und so viele Tage habe ich nicht mehr mit Fleisch gegessen. Und das ist wirklich etwas, wo du, also innerlich so, da baut man sich so ein bisschen so ein Druck auf und ich träumte das wie ein Albtraum. Und dann denke ich so, shit, jetzt habe ich einen Leberkäse-Semmel gegessen. Nein.

SPEAKER_01

Wenn du jetzt beispielsweise bei an so Supermärkten steht da oftmals so ein Hähnchengrill und das riecht ja schon gut. Er muss da schon kämpfen, oder?

SPEAKER_02

Ja, also der hiesige Hähnchengriller, den du vielleicht gerade ansprichst, wo wir hin und wieder mittwochs vorbeilaufen, da hatte ich schon mal ein Hähnchen und hatte danach andere Probleme, deshalb meide ich den einfach. Also nur so der am Mittwoch, der da steht, ist nicht so toll. Ja, aber ich hatte jetzt gerade gerade den Fall, ein Teilnehmer aus einer Schulung, der war, der war Metzger früher, wollte mir was Gutes tun und hat extra für mich ein Rauchfleisch gemacht. Und hat es mir dann geschenkt. Natürlich habe ich ihn jetzt in dem Moment nicht gesagt, du, ich bin Vegetarier. Ich habe mich natürlich gefreut und habe mich bedankt und so etwas.

SPEAKER_01

Du hast dich auch drüber gefreut.

SPEAKER_02

Ja, absolut, voll, voll, voll, voll. Für die Geste und alles. Ich habe es dann meinen Eltern dann geschenkt. Schweren Herzens. Tatsächlich schweren Herzens. Und Rauchfleisch, das war nur selber gemacht, das richtig gutes Rauchfleisch. Also ich glaube, ich habe da, ich würde jetzt mal sagen, gefühlt zehn Kubikmeter Luft gerochen und habe es in mich aufgesaugt. Allein dieses Rauchige, diesen Geruch, wo du dir dann denkst, also man kann sich ja manchmal etwas vorstellen, wie etwas schmeckt. Und durch diesen Geruch und alles, das ist wie, als hätte ich es gegessen.

SPEAKER_01

Da gibt es doch diese Videos, wo Leute auch Diät machen und dann riechen sie an einem Schokoriegel und beißen sie einen Salat rein. Kannst du das?

SPEAKER_02

Ja, das ist, also kenne ich jetzt nicht aus eigener Praxis, aber das ist psychologisch bewiesen, dass das funktioniert.

SPEAKER_01

Also wie diese, da gibt es ja diese Marke Air ab, die ja auch so funktioniert.

SPEAKER_02

Ja, ja, du hast ein Getränk, also du trinkst etwas, eine Flasche, da hat es aber einen Ring dran. Genau, genau, und die geben eigentlich nur diese Duftstoffe aus. Und man denkt dann, es ist ja auch so, es entsteht Geschmack.

SPEAKER_01

Für mich funktioniert das aber nicht. Ich habe mir, ich bin natürlich sehr, ich falle auf sowas immer sehr gerne rein, habe mir das natürlich auch geholt, aber für mich funktioniert das gar nicht. Okay. Also vielleicht rieche ich auch zu schlecht. Also nicht, dass ich schlecht rieche, sondern funktioniert nicht.

SPEAKER_02

Ich lasse den Kommentar mal so stehen. Also ist euch schon mal aufgefallen, wir sitzen hier zwei Meter auseinander. Das täuscht ist ein Meer.

SPEAKER_01

Ja, nee, und das funktioniert für mich gar nicht. Also für die meisten schon, aber für mich nicht.

SPEAKER_02

Ja, das ist auch eine gewisse Art der Selbstdisziplin, wo man da einfach auch sagen muss, okay, wie viel Selbstdisziplin habe ich mit Schokolade, du sprichst das an. Also ich habe bei uns zu Hause das Verbot, Schokolade zu kaufen. Hast du das ausgesprochen oder deine Frau? Meine Frau, aber nicht auf mich, sondern für sie als Eigenschutz, weil wenn dann eine Tafel da ist, ich kaufe sie und freue mich, ach ja, ich freue mich da auf ein Stückchen Schokolade, bin dann vielleicht so Tage überweg oder so etwas und komme dann wieder, ist die Schokolade nicht mehr. War die schon gegangen? Die ist irgendwie verschwunden. Es wurde aufgesaugt. Aber ich finde, es ist einfach auch, es ist auch eine schöne Charaktereigenschaft, wo man damit auch spielen kann, wo auch schön ist. Also man muss ja nicht immer zu 100% diszipliniert sein, da ist es das Leben ja langweilig. Und wenn man so ein bisschen so seine kleinen Sünden, wenn du sagst, aus der Bibel ist ja kleine Sünden kennt und die auch zulässt, ist es ja auch vollkommen in Ordnung.

SPEAKER_01

Ja, meine englische Oma hat immer gesagt, Life's for Living. Das hat sie auch so durchgezogen und ist relativ alt geworden und so. Und ich finde es schon auch, also so ganz, wie sagt man, spartanisch oder so, möchte ich ja da auch nicht leben und es muss ja schon ein bisschen Freude bereiten. Und dann, wenn ich rauche ja auch nicht und trinke auch kein Alkohol, dann ist das halt meine Last, mein Laster, würde ich jetzt mal sagen. Das ist auch in Ordnung.

SPEAKER_02

Ist auch absolut in Ordnung, ja genau. Also ich habe ja tatsächlich kein Laster. Oh mein Gott, ich trinke keinen Kaffee, ich rauche nicht die fünfmal, wo ich im Jahr mal einen Alkohol trinke. Also von daher habe ich ein sehr langweiliges Leben. Ach, das würde ich nicht so sagen. Und jetzt auch kein Fleisch mehr. Oh mein Gott.

SPEAKER_01

Das würde ich so nicht sagen, dass es langweilig ist.

SPEAKER_02

Das Interessante ist ja immer da darin, was bringt mir das Ganze hin? Also der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach. Das ist ja immer auch so, das ist in die Frage, ja, komm, jetzt ziehen wir es durch. Es hat ja was mit einer inneren Motivation zu tun. Und wenn die mir nicht bewusst ist, dann ziehe ich das vielleicht auch nicht durch. Weil man muss ja immer überlegen, life is for living. Wie deine Oma immer sagte, es muss es mir etwas bringen, es muss ja für mein Leben, es muss das Lebensgefühl sein. Deshalb ist es immer schwieriger, vor allen Dingen, wenn man jetzt das Zitat aus der Bibel sieht, ja, ihr bleibt bitte schön wach und betet für mich. So, ja okay. Was ist da jetzt so die innere Motivation da dahinter? Und es gibt einen ganz, ganz, ganz interessanten Autor, Simon Sinek. Vielleicht hast du schon was von dem gehört. Macht Sinn, dass ihr das nachgoogelt. Sehr cooler Mensch. Simon Sinek hat S-I-N-E-K. Also Simon Sinek. Simon Sinek. Simon Sinek. Und der hat ein Buch geschrieben, das heißt Start Always with Why. Und der hat den Golden Circle entwickelt. Der Golden Circle sieht so aus. Also wir haben drei Kreise und also die, die, die aufeinander aufbauen, da haben wir einen kleineren Kreis, dann haben wir einen größeren drumherum und dann einen ganz großen drumherum. Wie eine Zwiebel, genau. Und in der Mitte steht Why. Dann in der einen Schale außerhalb steht How und dann in der letzten steht What. So why, how, what. Und auch im beruflichen Kontext oder so etwas, ist es ja oft immer so, wenn ich zu dir sage, hey, du musst jetzt das und das machen. Also auf diese W-Ebene, was muss gemacht werden? Dann kann es sein, okay, wenn es mich nicht anstrengt, dann mache ich es halt eben oder ja. Aber vielleicht kennst du das, wenn ich den Sinn dahindert, nicht verstehe, dann ziehe ich es nicht durch. Das ist schwieriger halt, ja. Schwieriger, genau. Dieses why, wo Simon Sinek sagt, starte mit diesem why ist der Purpose. Es ist wirklich dieses Sinn da dahindert. Und ganz spannend ist es eben, wenn man für sich selber einen Sinn da dahinter zieht, etwas erarbeitet und sagt, jawohl, das macht für mich Sinn. Ich will jetzt das, also für mich macht es keinen Sinn, Tiere für mich stauben zu lassen als Beispiel. So. Es kam dann viel mit meiner Frau dann auch gesprochen, sie ist ja schon länger vegetarisch und wir haben ja einen Hund, unsere Fee. Und dann ist ganz klar, wenn du es so überlegst, du streichelst da die Fee und sie schaut dich da mit ihren kleinen Augen an und so etwas und du denkst, was stößt ein Schweinchen, hätte ich dich gegessen. Und das macht dann so ein bisschen allem etwas, wo man so denkt, okay, diese Purpose dahinter, warum füge ich jemand anderen leid zu, dass ich das jetzt esse? Also warum muss jemand sterben tatsächlich sogar noch viel krasser? Also bitte, ich bin vielleicht kein, kein aggressiver Vegetarier oder Missionierender. Das ist jetzt nur einfach das Beispiel, bitte. Also das kann man auf alles ansetzen. Shitstorm Incoming. Nein. Nein, jeder darf dir das machen. Life is for living. So nämlich. Genau. Und das ist dieses Why, dieser Purpose da dahinter. Und dieses How, okay, wie kann ich denn das eigentlich machen? So, jetzt, ähm, ja, ich gucke einfach mal, okay, wir essen schon wie viel Gemüse. Brauche ich das eigentlich noch, dieses Stückchen Fleisch da irgendwo noch mit drin? Das ist einfach, da müssen wir schauen, beim Bäcker oder so etwas, da ist der irgendwo oft immer noch ein bisschen Speck mit dabei, minimals, aber wenn man den weglässt, das mag man eigentlich gar nicht vom Unterschied her. Weil der Käse überbacken und alles Mögliche ist schon so, so geschmacksintensiv, da braucht man das gar nicht. Und dann geht man auf diese Wat-Ebene. Okay, was mache ich jetzt täglich? Wie gehe ich jetzt davor? Wie suche ich mir das Essen auch aus und alles drum und dran? Und wenn man dieses Why für sich verinnerlicht hat, dann ist das Wort gar kein Thema. Und darum geht es einfach. Also der Geistes will ich, ja, ich möchte gern, aber ich habe keinen Plan da dahinter. Und vor allen Dingen, ich habe auch keinen, du hast gesagt, ein innerer Schweinehund. Den kannst du sehr gut überzeugen für dieses Why, für was mache ich denn das eigentlich? Thema Sport hast du angesprochen. Ich hatte einfach mal voll Bock, einen Halbmarathon zu laufen. Und irgendwie so etwas, ich fand das richtig toll und habe ich gedacht, okay, was muss ich jetzt da dazu machen? Und ich hab dann, ich habe mir damals, schon ewig her, das hat, wo die erste Apple Watch rauskam.

SPEAKER_01

Ach, das ist echt schon ewig her.

SPEAKER_02

Das ist ganz ewig her. Wann war das? Ich muss gerade überlegen, ich habe noch das Lauf-T-Shirt da davon und ich passe noch rein. Das war, glaube ich, 2014. Ehrlich. Und ich passe noch rein, das muss man mal machen. Zwölf Jahre später immer noch dasselbe. Und da war es ganz spannend. Da gab es nämlich auf dieser Apple Watch, gibt es heute auch noch, aber die haben das als allererstes eingeführt, da gab es so Ringe. Stimmt. Und die musste man schließen. Also ein Ring war zum Beispiel, wie viele Schritte man am Tag machen musste, der andere war, wie viel. Wie oft du in einer Stunde stehst oder irgendwie sowas. Und der dritte bin ich nicht mehr. Ich stufen.

SPEAKER_01

Das Dritte war mit, glaube ich, mit wie viel Energie du oder Kalorien du verbraucht hast. Irgendwie sowas. Irgendwas mit so einem Energiering oder so, nenne ich es jetzt auch einmal. Gefährliches Halbwissen wieder.

SPEAKER_02

Ja, ja, also aber die heutigen Apple Watches haben auch noch das Ganze so. Und das hat mich dann so angesporn, so im ersten Moment, ja, okay, oh cool, ich habe jetzt alle Ringe geschlossen.

SPEAKER_01

Und du konntest, glaube ich, entschuldigen, dass ich unterbreche, du konntest für dich definieren, was dein Tagesziel ist.

SPEAKER_02

Stimmt, genau, du konntest die Tagesziele setzen. Aber es gab auch Defaults, also Standardeinstellungen. Und dann kannst du es natürlich hochtreiben, runter weiß ich gar nicht, aber bestimmt auch für die Faulen. Und da war das Spannende daran, dass eben, als der erste Tag war, wo ich alle Ringe geschlossen hatte, kam dann plötzlich so, ich habe so ein Batch bekommen, der perfekte Tag. Und so, wow, cool. Und dann zeigt er das so an, hey, jetzt mach das dreimal hintereinander, da hast du einen Strike. So, und dann, ey, das schaffe ich. Dreimal hintereinander habe ich einen Strike bekommen, so ein Badge. So, Gamification steckt da dahinter. Und dieses Gamification ist ja nichts anderes als diese Selbstbelohnung, so ein bisschen, so dieses Kompetitive. Ich bin, du kennst mich, ich bin extrem kompetitiv. Also, wenn du sagst, okay, gib mir eine Challenge, ich mach die. Und das hat mir den Anreiz da dazu geführt, wirklich, okay, dann hat der nächste Badge war der perfekte Monat. So, und dann kam irgendwann das perfekte Quartal, die perfekten 100 Tage. Und ich war zu der Zeit viel auf Geschäftsreisen unterwegs, das heißt viel im Hotel und gar kein Witz. Und da bin ich dann auch, ich bin ja viel geflogen jede Woche und da sitzt mir halt viel und alles bewegt sich nicht so arg. Und dann war ich abends im Hotel, es ist 23 Uhr oder so etwas, gucke auf meine Apple Watch, dann haben mir noch, keine Ahnung, tausend Schritte gefehlt. Ich bin wieder aufgestanden, bin raus und bin gelaufen gegangen.

SPEAKER_01

Oh nee, da ist das Schweinehund zu groß. Aber ich weiß, was du meinst. Du kannst aber auch bescheißen bei den Uhren früher. Du hattest einfach deine Abse geweckt.

SPEAKER_02

Und nein, genau, und das eine war Stufen. Ich glaube, Stufen. Ich bin nämlich dann das, keine Ahnung, im fünften Stock oder so ist es gewesen, bin eben zur Lobby runtergelaufen, wieder hochgelaufen, runtergelaufen, bis ich eben diese Stufen.

SPEAKER_01

Du hast dich trotzdem bewegt. Ja, natürlich, das war perfekt.

SPEAKER_02

Aber es war wirklich dieses, ich war fertig, das Fleisch ist schwach, aber der Wille hat gesagt, nein, du, wenn du das jetzt machst, verlierst du deinen Lauf. Genau dasselbe, ich habe mein Italienisch wieder aufgefrischt. Ich hab gedacht, hey, was mache ich denn so? Ich bin jetzt ein Duolingo, oder? Ich bin so ein Impulskäufer. Und dann kam irgendwie so eine Werbung von Duolingo, probier's mal aus. Ich bin jetzt am Tag 1000 irgendetwas.

SPEAKER_01

Ich habe bei Tag 400 aufgedacht, nee, mach ich nicht mehr.

SPEAKER_02

Es geißelt einen so ein kleines bisschen so. Aber bei mir ist es die Morgenroutine, weil immer wenn ich mit der Fee morgens gehe, tue ich gleichzeitig ein, zwei Lexungen genervt.

SPEAKER_01

Muss ich ganz ehrlich sagen. Es war ein bisschen so passivaggressiv, fand ich das ganze Ding. Dann morgen so, du musst halt noch deine Stunden machen. Nein, du kannst mir gar nichts. Ich entscheide, wann ich das machen möchte.

SPEAKER_02

Und zum Schluss hast du das gemacht trotzdem.

SPEAKER_01

Natürlich hast du dann gemacht, weil ich den Streak natürlich behalten wollte. Das ist das gleiche Thema. Genau, genau.

SPEAKER_02

Das ist diese kompetitive, diese Belohnung.

SPEAKER_01

Ich gebe dir was, aber ich kann es dir auch wieder nehmen. Ja, genau. Und ich habe es dann irgendwann gelassen, ich glaube wirklich 450 Tage habe ich es durchgezogen, also über ein Jahr. Und dachte mir, ich hab, für mich hat es keinen Mehrwert gegeben, dieses ganze Ding. Darum habe ich das gelassen, weil ich dann genauso viel konnte, vielleicht ein bisschen mehr wie am Anfang. Aber so dieser richtige krasse Impact, den hatte ich gar nicht. Okay. Das ist ein bisschen schade.

SPEAKER_02

Ja, das stimmt. Aber gamification is dueling. Mega gut. Und wenn wir jetzt so ein kleines bisschen auch so schauen, was steckt denn da hinterher? The geist is willing, doch, the fleisch is schwach. Das heißt, think then Simon Sinic, you must the purpose, the sin that's inner. When this sin is, then zie that. When it is not your sin is, then I won't either, but when the 31st, what this machine, but egal, when man's set, mach das nicht irgendwie, weil irgendwie der Druck von außen da ist, hey, du sollst gesünder leben, du sollst sowas. Wenn du das selber nicht verinnerlicht hast, ziehst du es auch nicht durch. Also wenn der Purpose da ist, dann ist der Weg einfach gesetzt. Und wenn du es dann noch hinbekommst, die continuity durch richtig cooles Gamification hinzubekommen, dann ist in allem, was du machst oder tust, immer der Fokus drauf, dass du richtig stark bist. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Sebastian. Meine Philipp. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

SPEAKER_00

Vielen Dank fürs Anhören. Dieser Podcast ist eine Peak Studio-Produktion. Eine neue Folge strukturiertes Chaos erscheint alle zwei Wochen überall dort, wo es Podcasts gibt.