Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe
Zwei Welten. Zwei Köpfe. Ein Podcast.
Prof. Dr. Sebastian Allegretti - Professor, Berater, Strukturdenker.
Philipp F. East - Kreativer, Impulsgeber, Freund des Chaos.
Was passiert, wenn man ein Mikrofon einschaltet und einfach loslegt – ohne Skript, ohne Schnitt, aber mit Haltung? Genau: Strukturiertes Chaos.
In jeder Folge sezieren wir gängige Redewendungen, Denkweisen und Alltagssituationen – mal tiefgründig, mal mit einem Augenzwinkern. Wir reden über Veränderungsprozesse, Motivation, Kommunikation, Kulturwandel, Arbeitswelten und das Leben dazwischen.
🔹 Ungescriptet. Ungeschnitten. Echt.
🔹 Chaotisch, aber mit rotem Faden.
🔹 Persönlich, provokant, manchmal philosophisch.
Wer zuhört, bekommt keine fertigen Antworten - aber neue Perspektiven.
Ein Podcast für alle, die Lust auf Gedankenexperimente haben, die Welt (und sich selbst) ein bisschen besser verstehen wollen - und sich nicht scheuen, dabei auch mal herzhaft zu lachen.
Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe
Blut ist dicker als Wasser
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge geht es um Loyalität, Familie – und die Frage, wie verbindlich Zugehörigkeit heute noch ist.
Das Sprichwort stammt aus Zeiten, in denen Zusammenhalt überlebenswichtig war.
🔹 Warum Familie historisch über allem stand
🔹 Wieso Loyalität heute differenzierter betrachtet werden muss
🔹 Und weshalb erzwungene Bindung selten funktioniert
Wir sprechen über Generationenverträge, über moderne Arbeitswelten, über Jobhopping – und über den Unterschied zwischen echter und „latenter“ Loyalität.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Strukturiertem Chaos. Mein Name ist Sebastian und ich stehe für die Struktur.
SPEAKER_03Und meine Philipp und ich bin das Chaos. Ich wollte die Struktur gerade schon wieder hinweisen, dass es vergessen hätte fast.
SPEAKER_02Aha. Gut. Liebes Chaos, jetzt habe ich dich durcheinander gebracht. Um was geht's heute?
SPEAKER_03Heute geht es um das Sprichwort Blut ist dicker als Wasser.
SPEAKER_02Ah ja, kennen wir.
SPEAKER_03Kennen wir alle, denke ich. Das Sprichwort stammt vermutlich aus dem mittelalterlichen Europa und bezieht sich auf Verwandtschaftsverhältnisse. Blut steht für Familie, Abstammung und Herkunft. Wasser symbolisiert lose Bindungen, soziale Kontakte außerhalb der Familie. Die Aussage: familiäre Bindungen sind stärker als andere Beziehungen. Moderne Verwendung: heute wird es genutzt, um Loyalität innerhalb der Familie zu betonen, um familiäre Prioritäten zu rechtfertigen, manchmal auch um problematische Dynamiken zu entschuldigen.
SPEAKER_02Blutestiger als Wasser.
SPEAKER_03Steht hier.
SPEAKER_02Ich als Italiener.
SPEAKER_03Oh.
SPEAKER_02Die Familie. Pass auf, was du sagst. Loyalität hast du schon gesagt. Also, das ist, da muss man so ein bisschen zurückgehen. Also blutes Dicker als Wasser, die, wie warst du so ein bisschen übersetzt, die Familie ist alles ein und alles. Jetzt gehen wir auch mal wieder hier historisch viele, viele, viele Jahre, Jahrzehnte zurück. Und wenn man die erste Organisationseinheiten der Menschheitsgeschichte anschaut, dann war das ein Stamm. Und daher war man darauf angewiesen, dass man zusammenhält. Also als wir noch irgendwie die Mammuts gejagt haben und uns vor den Zebelzahntigern versteckt haben oder uns dagegen gewehrt haben, da hatte jeder in dieser Organisation seine Rolle und seine Aufgaben und musste sich aufeinander blind verlassen. Blut ist dicker als Wasser. So, das heißt, die Loyalität war überlebensnotwendig. Über die Zeit heraus ist natürlich, ich sage jetzt mal, wenn man so die Maschloffsche Bedürfnispyramide anschaut, unten hier, es geht nur um Sicherheit, Überlebens, da sind wir schon ein paar Stufen höher gelandet. Aber aus dieser Zeit stammt das auch so ein bisschen. Also diese einerseits begründeter Zusammenhalt, warum man etwas macht, andererseits auch dieser ermahnende Zusammenhalt, warum man jetzt etwas machen sollte. Blutistiger als Wasser. In welchem Kontext hören wir das denn heute?
SPEAKER_03Ich kann das halt eigentlich kenne, ich es nur hauptsächlich familiär auch. Dass man, wenn irgendwas zu Hause ist oder sowas, dass du halt danach guckst. Und dass halt die Prioritäten anders setzt, vielleicht auch.
SPEAKER_02Ja, also wir haben ja auch, also es ist ja auch so, es gibt ja auch so dieses traditionelle Familienbild im Sinne von der Generationenvertrag. Also früher war das ja tatsächlich so, dass wir, man erlebt es heute noch, also wenn ihr im Allgäu unterwegs seid oder so etwas, da hat es ja ganz große Gebäude und alle, also wir reden jetzt hier von irgendwelchen Landwirtschaften oder so etwas, Höfe, genau, da haben immer drei Generationen gemeinsam gelebt. Da haben die großen Eltern, meistens war es dann nur noch die Oma, wer der Opa vielleicht schon verstorben ist, dann haben die Eltern und die Kinder dort gelebt. Und da waren es so ungeschriebene Gesetze, da hat man sich umeinander gesorgt. Da kam man auch nicht auf die Idee, die Oma jetzt ins Altersheim abzuschieben, sondern war fester Bestandteil von dem Ganzen.
SPEAKER_03Weil die macht eh die besten Knödel.
SPEAKER_02Sowieso.
SPEAKER_03Entschuldigung.
SPEAKER_02Aber das ist übrigens auch im Italienischen Sinn, so vor allen Dingen so in Süditalien, da ist es auch schwieriger, sage ich jetzt mal, Pflegeheime zu finden, weil es die nicht so sehr gibt. Nicht, weil es dort keine Träger gibt oder so etwas, sondern weil man in der Familie pflegt. Da gehört mittlerweile dazu, Blut ist dicker als Wasser. Und manchmal ist es tatsächlich auch so, da verzichtet man auf etwas, um eben, wie du schon gesagt hast, vielleicht andere Prioritäten zu setzen.
SPEAKER_03Es ist doch jetzt auch so ein, ich weiß nicht, seit wie vielen Jahren, so dieser Trend, dass man, dass man so baut, dass du, ich sage jetzt mal so, zwei Abschnitte hast und in der Mitte hast du so ein Areal, wo du dich dann triffst zum Essen oder sowas. Das ist auch so ein Mehr-Familien-Ding oder so mehr Generationen-Haus oder wie man das nennt. Das ist ja eigentlich wieder so ein, das ist ja eigentlich, was du von früher, wieder mit dem Bauernhaus eigentlich, kommt ja auch wieder.
SPEAKER_02Loyalität, also auch so in der Familie her. Also ich erlebe es auch, wir sind jetzt heute in einer neuen Zeit, aber zum Beispiel auch, ich weiß, dass meine Mama hier zuhört. Ja, natürlich, sie hört alle im Podcast an. Für mich ist ganz klar, dass ich für meine Eltern einstehe. Und dass ich ihnen auch helfe, weil sie haben auch mir geholfen. Sie haben mir den Weg ermöglicht und alles. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass man dieses auch so ein bisschen, dieses gegenseitige Versprechen hat, aber ohne zu sehr in eine Abhängigkeit reinzukommen. Weil, also wir haben uns ja auch entschieden, dass wir, dass wir kinderfrei sind. Also nicht wir beide. Nicht, dass ihr das falsch versteht, ja. Wie witzig. Nein, nein, nein, meine Frau und ich. Oh, da wäre ich jetzt über die Kommentare gespannt, wäre ich auch. Nein, sondern dass wir auch gesagt haben, okay, wir wollen, wir brauchen es, wir fühlen es jetzt in dem Moment auch nicht. Das ist Status quo. Was in der Zukunft passieren kann, ist was ganz anderes. Aber dann kommen auch solche Kommentare mit wie, ja, aber wer pflegt euch dann im Alter? Und das ist der Punkt, wo ich sage, ich muss freiwillig entscheiden. So, weil es ist ja auch so, in eine Familie wird man hineingeboren. Man sagt zwar zwar immer, okay, für arme Eltern kann man nichts, für arme Schwiegereltern schon. Ja, ja, ja, ja. Es ist halt so, ja. Man kann nicht alles richtig machen im Leben. Aber das muss einem auch bewusst sein. Dieses Blut ist dicker als Wasser, dieses Sprichwort darf nicht eine erzwungene Loyalität sein. Eine, du musst jetzt, doch, du gehörst zur Familie, es geht nicht anders.
SPEAKER_03Familie kann man sich nicht aussuchen, sagt man auch. Ja, genau.
SPEAKER_02Aber ich finde es ein schönes Konzept, ein schönes Konstrukt, dass, wenn diese Rahmenbedingungen passen und auch alles, dass man da auch aufgehen darf. Und das ist auch Schönes. Jetzt haben wir gerade sehr, sehr viel vom Privaten gesprochen, aber im beruflichen Kontext ist es ja ähnlich so. Wenn man bei euch reinkommt hier, ich bin ja der Nachbar von oben, bei euch. Es gibt immer noch keinen Schlüssel. Ja, das müssen wir vor irgendwann mal ändern jetzt hier, gell? Du hast einen Schlüssel gemacht.
SPEAKER_03Ich habe einen Schlüssel, er hat das alles richtig gemacht.
SPEAKER_02Mist, misst, mischt. Dass wir dann wirklich, da kommt bei euch rein, es ist familiär, es ist spaßig, es ist toll, es ist, man hält zueinander. Und vor allen Dingen in der heutigen Welt, wo wir auf Knopfdruck einfach mal kurz den Stromanbieder wechseln oder hier und das und das, ist es, glaube ich, auch so ein Stück Heimat in der Arbeit zu finden, weil wir verbringen die meiste Zeit. Ja, absolut richtig. Und auch hier ist es zum Beispiel, Blut ist dicker als Wasser, weil ich muss nicht, ich muss nicht jeden Job sofort wechseln, weil vielleicht etwas mal nicht läuft. In der Familie streitet man sich auch mal gerne und hat irgendwie nicht immer dieselbe Meinung oder so etwas, aber man geht, verinnert sich immer, hey, wir haben einen Bund, der uns zusammenhält.
SPEAKER_03Ja, stimmt.
SPEAKER_02Und das ist auch im beruflichen Kontext schön. Es ist zwar immer schwierig, wenn man, wenn man sagt, ja, wir sind hier eine Familie und so etwas, da ist sehr viel auch diese erzwungene Loyalität, sondern es muss einfach, es muss sich entwickeln, es muss spürbar sein, es muss da sein. Und dann ist man loyal.
SPEAKER_03Ja, stimmt. Loyalität. Loyalität. Nicht Jobhopping machen oder so.
SPEAKER_02Es gibt ja unterschiedliche Arten von Loyalität. Es gibt ja zum Beispiel auch die latente Loyalität. Hast du was von der gehört? Die latente Loyalität ist, wenn ich als Beispiel wohne in einem kleineren Dorf und so etwas, im Allgäu als Beispiel, und da gibt es eine Kneipe und da gehe ich immer hin.
SPEAKER_03Ah, verstanden.
SPEAKER_02Da bin ich zwar loyal, aber ich bin nur latent loyal. Genau. Wenn ich keine, wenn ich keine Auswahl habe, dann ist es keine Loyalität. Das mag ich dann, wenn im Ort dann plötzlich ein anderes Restaurant oder Kneipe oder was auch immer aufmacht, dann erkennt man, wer ist wirklich loyal oder wer ist nicht loyal. Ja, stimmt. Und es muss einem auch bewusst sein, dass viele Unternehmen vergessen das tatsächlich eben auch, dass sie, ja, sie haben viele Mitarbeitenden und die sind da und sie haben eine lange Zugehörigkeit, aber man muss immer so überlegen, ist das so eine latente Loyalität? Vielleicht. Bequemlichkeit. Bequemlichkeit. Vielleicht, ja, mein Gott, ich kann nur im Fahrrad da hinfahren. Und, oder, oder ja, das ist, mein Gott, ich habe dann meine Ausbildung gemacht, das war ich schon immer das so.
SPEAKER_03Aber da kenne ich so genug Beispiele auch, die dann so rummosern von wegen so, ja, eigentlich würde ich gerne, aber es ist halt, ich habe schon immer schon, ich habe meine Ausbildung hier schon gemacht, ich bleibe jetzt halt hier. Aber eigentlich hast du ja gar keinen Bock dazu, arbeiten, damit suchst du doch was anderes.
SPEAKER_02Ja, ja, genau. Und das ist, wenn dieser Spruch bludestiger als was, ob das jetzt in der Familie ist oder ob das jetzt im Beruf ist, im Sinne von Zugehörigkeit zum Unternehmen, wenn das so erzwungen ist, auch erzwungen durch Faulheit, das kann es ja genauso auch sein. Also auch wenn man, wenn man, wenn man sagt, nein, ich bleibe zu Hause, ich will nicht die Welt erkunden, auch so ein bisschen dieses Mamakindchen oder so etwas. Nashtoker. Danke, Nashthocker, Schwäbisch, Nashtrocker. Da kann man sich auch mal so ein bisschen fragen, hey, trau dich doch was. Ich war auch in Indien, habe in Indien gelebt und gearbeitet, bin wiedergekommen und bin glücklich. Und das sind lauter solche Dinge, wo man da auch überlegen muss, was bedeutet das mit einem? Und auch so ein bisschen mal überlegen, welche Bünde, der Bund, das Blut, das Digga als Wasser, gehe ich denn ein und ist es auch für immer. Muss es auch für immer sein?
SPEAKER_03Hinterfragen.
SPEAKER_02Hinterfrag mal.
SPEAKER_03Voll wichtig.
SPEAKER_02Und das macht die neue Generation, Generation Z, bald Generation Alpha, die jetzt auf den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren kommen, die haben das gemacht. Die sind auch nicht mehr so loyal gegenüber dem Arbeitgeber. Stimmt. Aber allein wir. Welche Generation wir sind, erzählen wir nicht. Doch, wir sind Millennials. Ist das noch so? Ja, ja, also X-Men. Ich glaube, Anfang der 80er schon. Ja, dann bin ich da auch noch mit drin. Ja, ich Glück gehabt. Da könnte auch X sein. Bei dir bin ich mir nicht so ganz sicher. Boomer auf keinen Fall. Nein. Ist auch immer so interessant, das verändert sich über die. Loyalität verändert sich über die Generation. Aber das Interessante ist, es ist ein Kommen und ein Gehen. Also das ist ein sehr loyal, latent loyal, gar nicht loyal und dann kommt die Rückwärtsbewegung auch wieder. Also auch wenn man zu wertebezogen jetzt arbeitet, muss man mal schauen. Unsere Generation war vielleicht, ja, vielleicht so ein bisschen, okay, wertefreier und die nächste Generation wird wieder wertebetonter.
SPEAKER_03Ja, stimmt. Das stimmt. Das stimmt schon. Ich muss auch gerade nochmal auf diese Sprunghaftigkeit eingehen von der, ich weiß gar nicht, welche, was ist das? Welche Generation dieser sprunghaft ist? Äh, Z. Und das siehst du dann auch, wenn du bei LinkedIn das so ein bisschen verfolgst und so, wieso hat die denn schon wieder einen neuen Job? So, dieses, dieses, dieses sehr Job-Hopping, wie ich es vorhin genannt habe. Ich kenne das gar nicht. Also aus unserer Generation, dass man so, wie gesagt, das ist ja nicht verkehrt, aber es ist halt einfach anders.
SPEAKER_02Ja, ja, genau. Also jetzt gehen wir die Generation unserer Eltern.
SPEAKER_03Und jetzt hier alt klingen zu wollen oder sowas.
SPEAKER_02Das ist halt einfach anders. Die Generation unserer Eltern war so klassisch, da habe ich die Lehre gemacht, da gehe ich auch in Rente, da waren Zugehörigkeiten von 50 Jahren, wenn man mit Rente das dann anschaut, äh, mit Lehre anschaut, völlig normal. Ich habe einen Kunden, der kommt ja so aus dem ländlichen Bereich, da geht die Probe seit zehn Jahren, Stand ist man quasi angekommen. Ja, ja. Sagt er so. Ja, also nicht offiziell, sondern das ist halt einfach so, dann kann man mitreden, darf man mitreden. Ich habe den Kunden schon seit zwölf Jahren, also ich habe Glas mitreden, ich darf mitreden. Und dann unsere Generation, da sind wir eher so mit dabei, also wir haben jetzt wir beide nicht, wir haben unsere eigenen Unternehmen, aber davor eben auch so etwas, ich sage jetzt mal im Schnitt, jetzt sind wir über 40 Jahre Berufszeit vielleicht fünf Arbeitgeber. So etwas, dass wir so im Schitz so um die zehn Jahre am Anfang bleibt man vielleicht drei Jahre, dann wechselt man und irgendwann mal wird es dann mehr, also fünf, sechs Arbeitgeber maximal hat. Und die neue stellt sich noch raus. Also gefühlt 40 Jahre Arbeiten, 40 Arbeitgeber.
SPEAKER_03Eine bekannte Firma, mit dem ich auch die Ausbildung damals gemacht habe, der ist mittlerweile Geschäftsführer bei der Firma, wo er angefangen hat. Also der bleibt da auch. Was ja auch vollkommen fein ist.
SPEAKER_02Ja, aber was absolut in Ordnung ist, den muss man mal vorstellen. Und das muss uns einfach auch bewusst sein. Thema Loyalität, ich kann keine Loyalität erzwingen. Ich kann nicht sagen, doch, du gehörst zur Familie, das muss jetzt so. Aus in Italien. In Italien ist was anderes. Aber da reden wir nicht drüber. Nein, wir reden nicht über die Familie. Wir reden nicht über die Familie. Und genauso im Unternehmen. Muss es einfach bewusst sein, dass Loyalität schön ist, aber dass Loyalität kein Standard mehr ist. Sondern eher die latente Loyalität. Ich bleibe bei dir, bis ich etwas anderes gefunden habe. Ein sehr guter Freund von mir hat damals, der hat die Lianentheorie aufgestellt. Was ist denn die Lianentheorie? Also da waren wir dann, also was wirklich so sage, da waren wir 16, 17, 18, so in dem Bereich rum. Und er hat damals die Theorie aufgestellt, so wie Tarzan, Tarzan schwingt sich ja mit Lianen durch den Dschungel. Und was ist wichtig, er lässt erst die eine Liane los, wenn er die andere in der Hand hat. Er hat es in Bezug auf Beziehungen gesetzt. Ich wollte gerade sagen, das war doch nicht ein Job, oder? Aber auch das, das ist so dieses, dieses, okay, dieses Latente, hey, da könnte es ja woanders was Besseres geben und so etwas. Ich schwinge mal durch den Dschungel durch und alles. Und das ist sehr spannend. Also es ist auch dieses bludestige als Wasser, es ist schön, es ist toll, wo es herkommt. Wir haben es gerade eben gesprochen früher, war es wichtig, man muss sich darauf verlassen. Jeder hat seine Rolle gehabt, jeder hat sein Ding gehabt im Allgäu oder wo auch immer in Süditalien. Es gab diesen Generationenvertrag, man hat sich um die Älteren gekümmert. Es hat da dazugehört. Man hat es vielleicht auch manchmal nicht hinterfragt. Hat vielleicht auch zu viel gegeben oder zu viel aufgegeben dafür. Das muss einem auch bewusst sein, dass man das hinterfragt. Man hat aber trotzdem eine gewisse Loyalität, man gehört da dazu. Im Privaten. Im Geschäftlichen, es ist schön, wenn sich ein Unternehmen wie Familie anfühlt, aber ein Unternehmen darf niemals erzwingen, dass man Familie is. Man darf es nicht erzwingen, es ist eben nicht dicker als Wasser. Dieser Vertrag, es ist eben kein Blut. Und auch hier muss uns bewusst sein, über die Generation verändert sich etwas. The loyalität verändert sich. Und wenn wir damit klarkommen und wenn wir einfach auch wissen, es ist schön, wenn wir Loyalität spülen. Es ist auch schön, wenn wir nicht loyal sein müssen, weil es so zwungen ist, dann fühlt es sich eigentlich richtig stark an. Vielen lieben Dank fürs Zuhören. Vielen Dank. Mein Name ist Sebastian. Meine Philipp. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ciao.
SPEAKER_00Vielen Dank fürs Anhören. Dieser Podcast ist eine Peak Studio-Produktion. Eine neue Folge strukturiertes Chaos erscheint alle zwei Wochen überall dort, wo es Podcasts gibt.