Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe
Zwei Welten. Zwei Köpfe. Ein Podcast.
Prof. Dr. Sebastian Allegretti - Professor, Berater, Strukturdenker.
Philipp F. East - Kreativer, Impulsgeber, Freund des Chaos.
Was passiert, wenn man ein Mikrofon einschaltet und einfach loslegt – ohne Skript, ohne Schnitt, aber mit Haltung? Genau: Strukturiertes Chaos.
In jeder Folge sezieren wir gängige Redewendungen, Denkweisen und Alltagssituationen – mal tiefgründig, mal mit einem Augenzwinkern. Wir reden über Veränderungsprozesse, Motivation, Kommunikation, Kulturwandel, Arbeitswelten und das Leben dazwischen.
🔹 Ungescriptet. Ungeschnitten. Echt.
🔹 Chaotisch, aber mit rotem Faden.
🔹 Persönlich, provokant, manchmal philosophisch.
Wer zuhört, bekommt keine fertigen Antworten - aber neue Perspektiven.
Ein Podcast für alle, die Lust auf Gedankenexperimente haben, die Welt (und sich selbst) ein bisschen besser verstehen wollen - und sich nicht scheuen, dabei auch mal herzhaft zu lachen.
Strukturiertes Chaos - der Podcast zwischen Plan und Pointe
Wie die Jungfrau zum Kinde
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge geht es um Zufälle, Chancen – und das Gefühl, plötzlich irgendwo mittendrin zu sein.
Die Redewendung stammt aus der biblischen Geschichte und beschreibt Situationen, in die man ohne Vorbereitung hineingerät.
🔹 Warum wir oft ungeplant in neue Rollen rutschen
🔹 Wieso genau darin große Chancen liegen
🔹 Und wie man zwischen Lernzone und Überforderung unterscheidet
Wir sprechen über spontane Karrieren, über Projektleitungen „aus Versehen“, über Elternsein – und über das Modell von Komfort-, Lern- und Angstzone.
Eine Folge über Mut, Wachstum und das Leben jenseits von Planung.
Denn oft sind die besten Dinge genau die, die man nicht geplant hat.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Strukturierten Chaos. Mein Name ist Sebastian.
SPEAKER_01Meine Philipp. Ich stehe für die Struktur und ich für das Chaos. Und das war gerade Chaos.
SPEAKER_02Lieber Philipp, auch ich möchte dich auch mal aus dem Konzept bringen. Wir haben einen Hörerrunsch. Lieber Rico, diese Folge geht raus an dich.
SPEAKER_01Denn der liebe Rico wollte wissen, woher das Sprichwort wie die Jungfrau zum Kind kommt. Diese Redewendung bezieht sich direkt auf die biblische Erzählung der Jungfrau Maria und die Geburt von Jesus Christus. Im Zentrum steht die Vorstellung der unbefleckten Empfängnis. Maria wird schwanger, ohne klassischen Zeugungsakt, also ohne eigenes Zutun im weltlichen Sinne. Für die damalige Welt war das ein absoluter Ausnahmezustand. Unerwartet, unerklärlich, schicksalhaft. Die Formulierung entwickelte sich später im Volksmund als Bild für ein Ereignis, in das jemand ohne Vorbereitung und ohne eigenes Zutun hineingerät. Moderne Verwendung heute bedeutet es, zufällig in eine Situation geraten, ungewollt Verantwortung übernehmen, plötzlich drinstecken ohne Plan, oft mit leicht ironischem Unterton.
SPEAKER_02Wie die Jungfrau zum Kinde. Wie wir beide zum Podcast.
SPEAKER_01Richtig.
SPEAKER_02Aus einer Schnapsidee entstanden tatsächlich, aber ohne Schnaps, gell? Ja. Ja, traurig. So, lass uns mal etwas machen. Also diese Spontanität, ja.
SPEAKER_01Also Spontanität oder halt diese impulsiven Entscheidungen, nenne ich es jetzt auch mal so, ziehen sich bei mir wie ein roter Faden durch mein Leben. Okay. Es ist schon so. Es ist oftmals so, weil ich, ich verkopfe mich teilweise nicht so in Sachen, sondern ich probiere es halt dann aus und dann kommt man halt wie die Jungfrau zum Kind zu einem fünften Podcast so gefühlt oder sowas.
SPEAKER_02Ja, ich habe schon bemerkt, du gehst mir fremd. Also das finde ich jetzt nicht so schön. Aber egal, erzähl weiter. Das ist ein anderes Thema. Ich bin später eingeschnappt.
SPEAKER_01So außerhalb von den Kulissen. Nee, es ist oftmals so, dass ich eben in, ich muss auch überlegen, was ich noch so hatte. Also es ist oft die Agentur auch oder sowas, ich habe das einfach gemacht. So wie die Jungfrau zum Kindern, ne?
SPEAKER_02Ich drüber nachdenken, einfach machen.
SPEAKER_01Ja. Das ist so das Ding, ich probiere das dann aus und ich mache das dann einfach und so und etwas klappt oder halt nicht. Ganz einfach.
SPEAKER_02Ich kann mich daran erinnern, nach meinem Studium, also als ich mich dann Diplom Wirtschaftsingenieur nennen durfte, war ich auf einer Oldtimer-Ausfahrt von der Hochschule und da ist ein Professor von mir damals mitgefahren. Der ist bei mir im Auto mitgefahren, weil er hatte kein eigenes und hat eine Mitfahrgelegenheit gesucht. Und dann sind wir mit meinem Lunch ja durch die Gegend gefahren, also in dieser Oldtimer-Ausfahrt. Und dann erzählte er immer so, ja, er ist gerade in der Planung, dass er in ein Praxissemester geht. Was heißt Praxissemester? Er geht ein Semester raus aus der Lehre, wieder zurück in die Industrie. Das können wir an der Hochschule machen, um einfach wieder so ein bisschen den Kontakt zu bekommen, was ist jetzt wieder State of the Art und alles. Und er meinte dann zu mir, ob ich für ein Semester seine Vorlesung übernehmen durfte. Aus diesem einen Semester sind jetzt 15 Jahre geworden, 30 Semester mittlerweile. Und ich habe es aus dem Dozent zum Professor geworden.
SPEAKER_01Ist er eigentlich gar nicht zurückgekommen dann?
SPEAKER_02Doch, doch. Aber er hat sein Fach nie wieder zurückgekriegt von mir. Habe ich behalten. Das ist jetzt meins. Und das Lustige war da auch, in meiner ersten Vorlesung, ich weiß noch, da komme ich dann so rein in den Vorlesungssaal und dann sitzt er tatsächlich ein Kommilitone von mir noch rum. Warum? Ja, ich habe ja auch gefragt, was ist da los? Er ist irgendwo hängen geblieben. Ich weiß es nicht, ob er es vor dich gemacht hat, das Studium. Also bei mir, er hat sich auch nie damals bei mir zur Klausur angemeldet. Kannst du mal schnell oder hast du mal kurz, um in deiner Podcast-Sprache zu bleiben? Passiert häufig, dass wir dann plötzlich in etwas reinschlittern und reinrutschen, wo wir aber noch nicht wissen, ist es positiv oder ist es negativ. Also, was bedeutet das Ganze? You kennt es vielleicht aus dem Berufskontext, wenn man ein Thema hat und sagt, oh, da müssen wir jetzt ein Projekt machen. Ja, wer wird das Projektleiter? Meistens der, der nicht da ist. Ja, genau. So, da ist ja plötzlich die Projektleiter. Ich habe noch nie ein Projekt gemacht, ja doch, das machst du jetzt. Also das heißt, man rutscht in eine Situation hinein und weiß einfach noch nicht so gar nicht, so, okay, kenne ich mich damit aus oder kenne ich mich nicht damit aus?
SPEAKER_01Das ist oft mal so, ja. Oder es ist ja auch, so dieser Klassiker ist ja bei, also ich kenne mich natürlich, also ich habe ja selber keine Kinder, aber das ist so dieses Elternabend und jemand ist plötzlich dann, ich weiß nicht, wie das dann heißt, der Gruppenführer von der Elternabend. Wie heißt denn das, wenn die heißt denn das, dass jemand verantwortlich ist für quasi die ganzen Sachen, die organisiert werden müssen. Wie nennt man denn das?
SPEAKER_02Ich habe auch keine Kinder, wir haben einen Hund. Also, keine Ahnung.
SPEAKER_01Ist was ich meine. Elternsprecherinnen. Und das machst du ja auch, meistens sind es diejenigen, die dann plötzlich nach vorne gucken und die werden halt dann gewählt.
SPEAKER_02Ist auch so. Ich mache das dann auch immer, wenn ich Freiwillige suche in einem Workshop oder so, dann sage ich immer, ich nehme den, der, der am besten weggucken kann. Ja, genau. Und dann statt mich allen. Ja, dieses, dieses auch unfreiwillig in eine Situation reingeraten oder so. Aber du sprichst das gerade an mit Kindern, das ist ganz spannend. Also um mich herum, meine Freunde und Bekannte, die haben ja alle Kinder. Ich weiß so, ein sehr guter Freund von mir war damals in der Corona-Zeit, da haben sie ihr Kind bekommen. Und er musste dann auch quasi zum Müller gehen, Windeln kaufen und alles Mögliche. Und da habe ich ihn dann getroffen auf dem Parkplatz, und dann natürlich mit Corona-Abstand damals und so etwas. Und da hat er ja auch gesagt, weißt du, da stehst du, Sebastian, ein bisschen leicht überfordert. Du musst für alles eine Prüfung ablegen, du musst einen Führerschein machen, du musst das und das und das, aber nicht beim Kind. Die geben das dir einfach mit. Die geben dir das einfach mit. Ja, genau, genau, genau. Was da davor passiert ist um dieses Kind, dann ist ein anderes Thema. Aber jetzt, nach drei Tagen oder nach was auch immer, hier nimmst du ihr Kind mit. Dann steht man da.
SPEAKER_01Dann hast du das.
SPEAKER_02Dann hast du die Kacke am Dampfen im wahrsten Sinne. Und das ist eben auch spannend. Also man lernt ja auch durch seine Herausforderungen so etwas. Es gibt auch was Spannendes, manchmal fragt man sich auch, wie ist diese Person Führungskraft geworden? Und oft ist es so, wer wird Führungskraft? Du bist der Mitarbeiter, die bist die Mitarbeiterin. Und da gibt es das Päterchenprinzip, kennst du das? Das sagt mir irgendwas, aber ich könnte es ja nicht erklären. Also Peter oder Päterchenprinzip. Wenn man Gutes in etwas ist, also lieber Philipp, du bist gut in etwas so und was wirst du dann? Du wirst befordert. Jetzt bist du immer noch gut in dem, was du willst. Jetzt wirst du wieder befördert. Philipp, du bist immer noch gut in dem, was du machst. Du wirst wieder befördert. Jetzt bist du nicht mehr gut in dem, was du machst. Jetzt bleibst du. Das Prinzip sagt, du wirst so lange befordert, bis du an deinem Punkt deiner maximalen Inkompetenz angelangt bist. Ansonsten würdest du ja wieder befordert worden. Das sorgt auch dafür, dass wir. Ja, das ist schön. Ich nenne das immer die Lehmschicht im Unternehmen. Du hast schon Menschen sitzen, die dann, die wissen, ach, nee, ich komme nicht weiter. Ich kenne das so, der ein oder andere Lehrerin, wo man weiß, okay, gut, die wissen, scheiße, das muss ich jetzt noch 30 Jahre machen und die dann resignieren. Also die vielleicht dann auch zufällig da dazugekommen sind, es war jetzt nichts Geplantes und so etwas. Also wir haben auch diesen negativen Fall. Wie die Jungfrauen zum Kind.
SPEAKER_01Ja, voll, voll. Ja, da habe ich auch genug Beispiele in meiner Schulkarriere gehabt, wo ich dachte, warum ist der jetzt eigentlich Lehrer oder warum ist sie eigentlich Lehrer, weil ich gar nicht so das Gefühl dafür hatte, wie sie es eigentlich richtig machen soll. Ich hätte sie was anderes machen oder er was anderes machen sollen. Ohne Namen zu nennen. Ich habe ihren Namen eh vergessen, das war egal.
SPEAKER_02Euch hätte auch noch. Liebe Frau H. Schauen Sie meinen Lebenslauf an. Ich kann es doch. Shoutout. Ja, also, aber was eben dann auch so spannend ist, ist eben einfach dieses, habe ich schon gesagt, man wächst mit seinen Herausforderungen und so etwas. Und wenn man jetzt so überlegt, viele tolle Positionen, Erfindungen oder so etwas, basieren ja auch auf Zufall so ein bisschen. Also wie die Jungfrau zum Kind ist einfach zufällig. Ich habe eigentlich keine Ahnung, wie komme ich denn jetzt hierher? Warum bin ich jetzt hier? Aber ich mache was draus. Und ich glaube, das ist auch so, diese Botschaft dahindert, jetzt mach was draus. Im Religiösen war es, wie war das, dieses Göttliche, so etwas? Eigentlich ist es ein Geschenk. Ich komme in eine neue Situation hinein, mit der ich im ersten Moment gar nicht gerechnet habe. Und eigentlich ist es ein Geschenk.
SPEAKER_01Sie ist es dann nicht auch, man nennt immer ins kalte Wasser schmeißen.
SPEAKER_02Ja, ja, ja.
SPEAKER_01Vielleicht oftmals. Mache ich ja auch gerne. Leute ins kalte Wasser schmeißen.
SPEAKER_02Ehrlich, jetzt im übertragenen Sinne?
SPEAKER_01Nein, nein. Also Agentur, im Agenturdingsbereich, dass ich Leuten oder Menschen, die hier arbeiten, oftmals gerne Aufgaben gegeben habe oder gege, wo sie noch nicht wissen, wie es geht. Das finde ich echt gut. Das mache ich ja mit mir selber auch. Dass ich denke, okay, ich weiß jetzt nicht, wie es geht, aber ich fuchs mich dann da rein. Und dann kommst du auch irgendwie Bedingungen vor zum Kind und zu irgendwelchen anderen neuen Dingern da.
SPEAKER_02Man muss eben nur hier schauen bei dieser Thematik. Also ich finde es schön, dass du das machst. Es gibt da, ach leider kann ich jetzt, wir haben hier keinen Flipchart drin, warum haben wir keinen Flipchart hier drin? Hallo, wir machen das digital. Achso, ja, aber mit Video. Ist dir nicht aufgefallen, dass wir aufgezeichnet werden? Ach so. Wir kommen in der Truman-Shop. Also, ihr müsst jetzt gedanklich mitgehen. Wir nehmen zwei Achsen, wir haben einmal die Anforderungen, die an uns gestellt wurden, wir haben die Kompetenz, die wir mitgeben. Eine Achse Anforderung, andere Achse Kompetenz. Decken unsere Kompetenzen, die Anforderungen, die an uns gestellt werden, dann sind wir in unserer Komfortzone. Ah, die Komfortzone ist so schön. Die ist richtig schön. Wenn aber unsere Anforderungen, die an uns gestellt werden, unsere Kompetenzen übersteigen so ein bisschen, dann sind wir in unserer Lernzone. Dann lernen wir etwas neu. Wie die Jungfrau zum Kind, wie mache ich das jetzt? Weil wenn ich in meiner Komfortzone bin, dann weiß ich genau, wenn ich A mache, kommt B dabei raus. Und das erkenne ich sowohl die Methodik als auch das Ergebnis. Kommt fort relativ faul, sage ich jetzt einfach mal. Wenn ich jetzt aber, wenn Anforderungen, meine Kompetenzen in dem Moment übersteigen, dann komme ich so ein bisschen in die Lernzone. Ich kenne die Methodik vielleicht schon ein bisschen, aber ich kenne das Ergebnis noch nicht. Also ja, ich mache das und das, aber ich weiß noch nicht, was dabei rauskommt. Schauen wir mal. Schauen wir mal. Wenn wir das aber übertreiben, kommen wir in die Angstzone. Die gibt es ja nicht. Oder in die Überforderung mit rein. Und wenn wir da zu stark sind, also wenn wir zu stark dieses Delta haben von dem, was ich mitbringe, an Kompetenzen zu dem, was die Anforderungen an mich sind, kann es sogar in die Hose gehen. Also wenn man jetzt hier von diesem Arbeitsmodell spricht, dann kann es da dazu führen, dass ich Personen zum Beispiel auch ins Burnout komme. Also das heißt, ich bin vollkommen in der Überforderung mit drin. Das Spannende ist aber auch, es geht den Weg auch andersherum. Das heißt, wenn ich viel mehr Kompetenzen mitbringe, als Anforderungen an mich gestellt werden, bin ich in der sogenannten Unterforderungszone, ich bin im sogenannten Bore-Out, von Boring. Hat übrigens, also sind beides Arten der Depression, hat beides dieselbe Auswirkungen. Sowohl im Burnout als auch im Bore-Out, fühle ich mich schlecht, ich habe körperliche Probleme, etc. Also auch hier, also wenn man in die Extreme geht, logischerweise. Das heißt, die Kunst, wie die Jungfrau zum Kind ist, ja, die Personen, so ein kleines bisschen aus der Komfortzone raus. Und die Frage, was ist nicht zu viel? Bei uns beiden kann es durchaus sein, thematisch gesehen, ja, dass diese Lonzone extrem groß ist. Also, boah, the sky is the limit, so in etwa. Yeah, we can alles. So in etwa. In anderen Bereichen kann das aber sein, auch wir beide, dass diese Laonzone ganz, ganz schmal ist, so dass er ganz schnell in die Überforderung reinkommt. Es ist auch durchaus so, dass man vielleicht im Privaten anders reagiert als im geschäftlichen Kontext. Also man is da vielleicht auch eine andere Personal, ein other Type. Das stimmt, ja. Und das ist eben so das Spannende, wenn man sich darüber Gedanken macht und auch jemand anderen, wie die Jungfrau zum Kind, hier, jetzt mach einfach mal, das ist dann immer ein bewusstes Bewusstsein. Habe ich die Person noch in der Learnzone oder schon in der Überförderung? So in der Angstzone. Und das kann man aber auch nach den Aktionen von Paul Watzlavik, man kann nicht kommunizieren. Das spürt man. Stimmt. Also ich hoffe jetzt mal, dass du mit deinen Agenturkolleginnen und Kollegen so umgehst. Wenn du da denen etwas auf den Tisch knallst, so mach mal hier, dass du die so ein kleines bisschen auch beobachtest, ob sie heulen den Raum verlassen oder die Kündigung ausdrucken. Nein, das ist alles sehr, sehr harmonisch.
SPEAKER_01Das ist alles sehr harmonisch, genau. Ich bin ja kein Unmensch.
SPEAKER_02Und das muss uns einfach bewusst sein. Aber auch genau dieses andere, wir brauchen das auch manchmal. Was passiert, wenn ich dauerhaft unterfördert bin?
SPEAKER_01Das geht ja nicht so langweilig. Das geht nicht. Du musst ja irgendwie, du musst ja einen Reiz schaffen, auch ein bisschen, um was Neues zu lernen und das spannend zu halten und so.
SPEAKER_02Richtig. Richtig. Also auch im Alter zum Beispiel ist es ja so, ich muss immer noch, wir haben in einer anderen Folge ja dieses lebenslange Lernen ja auch schon mal besprochen gehabt. Wenn ich in Rente gehe, und bei uns beiden ist es noch ein sehr langer Weg, also altersbezogen zumindest, richtig. Nicht wohlstandsbezogen, nein, leider. Bis 80 müssen wir, glaube ich, arbeiten. Ich muss mir auch etwas für die Rente raussuchen, was mich fördert. Das hält jung.
SPEAKER_01Ich könnte das auch nicht, wenn ich das du wahrscheinlich auch nicht. Dass du, keine Ahnung, mit 75 oder 60, dass man sagt, lass jetzt einen Stift fallen. Nee, das geht nicht. Du musst ja irgendwas tun.
SPEAKER_02Ich nehme das mal hoch, hinter wie vielen Podcast-Folge wir dann sind bis dahin. Oh mein Gott.
SPEAKER_01Möchte ich nicht.
SPEAKER_02Nein, nein, lieber nicht.
SPEAKER_01Also du brauchst ja was, um dich zu fordern, auch dass du nicht verkneigst.
SPEAKER_02Ja, ja, genau. Und da ist manchmal dieses Unerwartete besser als das Erwartete. Also plötzlich kommt man im Alter zu einem Hund. Oder zu einem Haustier oder zu einem Hobby, das man before not gedacht hat. Das fordert eins so, wenn man ins kalte Wasser geschmissen wird, dass man raus aus dieser Comfortzone muss. And etwas machen. Weil das Problem is, wenn ich etwas plane, we are träger and so etwas, then gehe ich vielleicht gar nicht so weit, dass ich in my Lernzone rein komme, sondern bleibe so in my ganz gemütliche Comfortzone hängen.
SPEAKER_01That's nix.
SPEAKER_02And that muss man so ein bisschen mit dran sein. Wann had man dich das letzte Mal in eine Angstzone rein gebracht? Angst finde ich ein schwieriges Wort. Also sagen wir mal an der Schwelle von the Lern.
SPEAKER_01Where ich dachte, so God, was muss ich jetzt machen? Boah. Ich glaube, mit dieser ganzen, also ich bin am neuen Videogame, sag ich mal so. Also ich mache also kleine Video Sachen mittlerweile selber. Und da ist es oftmals schon so, ich denke, okay, we machen das jetzt erst. Aber das finde ich total reizvoll, weil ich eben, I mean, ich komme aus der Photographie and so weiter anders dafür, aber es ist trotzdem anders. Und da ist es oftmals so, dass ich dann an, also oftmals, es war jetzt schon so ein paar Mal in der Vergangenheit, dass ich dachte, okay, wie geht das jetzt eigentlich? Da. Aber das habe ich dann trotzdem hingekriegt.
SPEAKER_02Das hast du eigentlich sehr gut hingekriegt, auch. Bitteschön, bitteschön. Danke. Und bei dir? Bei mir waren es ganz viele Themen. Also das ist ja auch so, wir sind ja in allen Branchen unterwegs. Ich erinnere mich dran, also Überforderung war es nicht, aber es war so sehr stark, sehr, sehr stark in der Landzone. Ich hatte zum Beispiel eines meiner ersten Beratungsprojekte damals war in der Pharmaindustrie. Und ich komme aus dem Automobilbereich und jetzt steckt man dann da, damals auch mit lange Haare und alles. Könnte man googeln übrigens, aber. Ja, der findet da leider noch Sachen. Das Internet vergisst nicht. Gott sei Dank, oder vielleicht auch Gott sei Dank nicht. Und da habe ich mich einfach nicht ausgekannt. Und dann hieß es dann immer so, ja, ja, Alikathi, das ist ja schön gut, was Sie da überlegen, aber aus GMP-Gründen können wir das nicht machen. So GMP Good Manufacturing Practice, das ist der Qualitätsstandard da. Und ich habe da immer so, okay, gut, Entschuldigung, so in etwas. Und was habe ich dann gemacht? Ich habe mir irgendwann mal schlau gemacht, was ist denn das alles, das GMP und so etwas? Mittlerweile bilde ich aus im GMP-Bereich, ich gebe Kürzel zu schlanke GMP-Prozesse und so etwas, mir kann da keiner mehr etwas. Und das hat mir eine, das war eine Lehre für mich. Wenn du den Punkt erreichst, wo du denkst, du bist in der Überforderung drin, kannst du dich aktiv auch wieder in die Larnzone reinbegeben, wenn du sagst, was ist der Unterschied zwischen Überforderung und Lernzone? Du hast es in der Hand. Überforderung heißt, du hast keinen Plan mehr, du hast es nicht mehr in der Hand. Ich habe aus dieser und auch anderen Erfahrungen gelernt, wenn du realisierst, ich bin jetzt in dieser Angst-Überforderungszone, halt mal kurz in und überleg dir, okay, wie kriege ich wieder das Ruder in meine Hände? Wie kann ich jetzt wieder das Steuer übernehmen? Und dann ist es sehr spannend, weil dann kann man nämlich, dann kann man eigentlich die Grenzen dieser Lernzone extrem verschieben. Und das ist auch etwas wie die Jungfrau zum Kind. Wenn du mich fragst, wenn ich in meinem Leben bestimmt 100 oder 200 Mal gefühlt reingeschmissen, ich habe aber daraus gelernt. Ich habe eben gelernt, dieses Okay, wo bin ich jetzt in meiner Lernzone? Wo bin ich jetzt in meiner Angst- oder Überforderungszone? Wie komme ich wieder zurück?
SPEAKER_01Ich muss sagen, ich mag das aber auch. Also Grenzerfahrung. Also Grenzerfahrung klingt das ein bisschen extrem, aber es ist ja eh gut, ja. Und ich mag das aber auch, diese Herausforderung zu, ich fuchs mich dann auch rein und es nervt mich dann auch. Ich will dann wissen, wie das geht. Wir haben ja Gott sei Dank Internet und so. Mittlerweile ist es ja auch relativ einfach, in Anführungszeichen so Informationen zu beschaffen, um Dinge zu lernen und so weiter. Das hat man ja vor 15, 20 Jahren gar nicht gehabt, weil war es ja viel schwieriger. Und mittlerweile ist es ja ein, kann ja auch ein Geschenk sein, das Internet, ne? Ja, natürlich. So, und darum, ich finde das gut, dass es das gibt und dass wir beide öfters mal oder halt gelegentlich noch in solchen Sachen landen und solche Sachen lernen dürfen. Ist wichtig.
SPEAKER_02Also, wenn man es jetzt zusammenfasst, wie die Jungfrau zum Kinde, es gibt natürlich Situationen, da will man nicht rein. Nee. Das ist ganz klar, haben wir jetzt jetzt tatsächlich ausgeblendet in dem Ganzen.
SPEAKER_01Aber das ist ja ein positiver Podcast.
SPEAKER_02Positiver Podcast, genau. Nehmt das als Geschenk an. Nimmt das als allererstes als Geschenk an. Denkt so ein bisschen an diese hier nicht aufgezeichnete, weil kein Flipchart vorhanden. Grafik, meine Kompetenzen und die Anforderungen, die an mich gestellt werden. Wir haben die, wenn sich beides deckt, bin ich in der Komfortzone mit Fritz, ich entwickle mich aber nicht weiter. Ich habe da darüber die Lernzone, da darüber die Angstzone und ganz unten die Unterforderungszone. Versucht durch, wenn ihr das nächste Mal wie die Jungfrau zum Kind kommt, nicht in der Angstzone zu landen, sondern versucht aktiv in die Lernzone reinzugehen. Weil dann erweitert sich euer Wissen, euer Stand. Und irgendwann mal könnt ihr von euch sagen, das war richtig stark. Vielen Dank fürs Zuhören. Dankeschön. Mein Name ist Sebastian. Meine Philipp. Bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_00Tschüss. Tschüss. Vielen Dank fürs Anhören. Dieser Podcast ist eine Peak-Studio-Produktion. Eine neue Folge strukturiertes Chaos erscheint alle zwei Wochen überall dort, wo es Podcasts gibt.